Vogelgrippe
Die Vogelgrippe ist zu einem weltweiten Problem geworden. Ausbrüche bei Tieren wurden allein im Februar 2006 im Irak, in Nigeria, Aserbeidschan, Bulgarien, Griechenland, Italien, Slowenien, Iran, Österreich, Deutschland, Ägypten, Indien, Frankreich und Malaysia beobachtet. Wir haben es also derzeit mit einer globalen Tierseuche zu tun.
Einmal mehr unterstrich Gesundheitsreferent LR Dr. Wolfgang Schantl, dass ein Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung derzeit nicht bestehe. Die Kärntner Bevölkerung ist nicht bedroht. Dies aus gutem Grund, denn Infektionen wurden laut WHO weltweit praktisch ausschließlich bei Arbeitern auf Geflügelfarmen und bei anderen Berufsgruppen mit vergleichbar engem, intensivem Kontakt beobachtet, also beim Rupfen, Schlachten oder Zubereiten von infiziertem Geflügel. Die hohe Zahl an erkrankten Tieren weltweit steht in starkem Kontrast zur vergleichsweise sehr geringen Zahl an erkrankten Menschen.
Eine Übertragung des Virus von Tier zu Tier ist also bei Geflügel sehr leicht möglich, eine Übertragung von Tier zu Mensch ist sehr schwer möglich. Von Mensch zu Mensch wurde eine Ansteckung mit dem H5N1-Virus noch nie beobachtet.
Schreckensmeldungen über ein hohes Risiko beim Baden oder beim Aufenthalt im Freien sind daher unbegründet. Trotzdem ist es sinnvoll, mit Maß und Ziel eine vernünftige Vorsorge zu treffen, denn die Erkrankung an sich ist schwer und führt in manchen Fällen zum Tod. Seit 2004 sind weltweit rund 100 Menschen an der Virus-Variante H5N1 gestorben. Alle Opfer sollen engen Kontakt mit infiziertem Geflügel gehabt haben. In Europa gibt es dagegen bisher keine menschlichen H5N1-Erkrankungsfälle.
Vogelgrippe und Pandemie - hängt das zusammen?
Der derzeit aktuelle Erreger der Vogelgrippe, das Grippevirus H5N1, kann sich theoretisch so verwandeln, dass er von Mensch zu Mensch übertragbar werden könnte. Niemand kann jedoch vorhersehen, ob das passieren wird bzw. ob dann ein gefährliches, hochansteckendes oder aber ein harmloses Virus daraus entstehen würde. Es wird angenommen, dass diese Verwandlung (Mutation) am ehesten in Südostasien geschieht, sofern sie überhaupt stattfindet. Dann allerdings ist eine weltweite Ausbreitung nicht mehr ausgeschlossen. Dieses mögliche Szenario ist der Grund, warum die Weltgesundheitsorganisation und die Europäische Union empfohlen haben, nationale Pandemiepläne zu erstellen. Den österreichischen Pandemieplan finden Sie unter www.bmgf.gv.at.
Soll ich vorsorglich Tamiflu ® besorgen?
Das wird nicht empfohlen.
Tamiflu (Wirkstoff Oseltamivir) ist ein hochwirksames Medikament, das aus gutem Grunde nur ärztlich verschrieben werden darf. Es mildert und verkürzt den Verlauf einer echten Grippe, wenn es innerhalb von ca. 24-48 Stunden nach Beginn der Erkrankung gegeben wird. Es hat auch Nebenwirkungen, daher sollte es nicht unkritisch und nur nach ärztlicher Anordnung eingenommen werden.
Anwender können den optimalen Zeitpunkt für den Beginn der Einnahme, die optimale Dosis und die richtige Dauer im Einzelfall kaum richtig bestimmen.
Wie verhalte ich mich richtig?
Die Vogelgrippe ist eine Tierseuche! Für Menschen besteht derzeit kein Gesundheitsrisiko. Die Gefahr einer Ansteckung besteht ausschließlich für Personen, die direkten Kontakt zu Vogelkot oder toten Wasservögeln hatten. Deswegen sollte so ein Kontakt vermieden und grundsätzlich Abstand zu Wasservögeln gehalten werden. Sollte es dennoch zu einem Kontakt kommen, Hände, Schuhe und Kleidung gründlich reinigen.
Gekochtes Hühnerfleisch sowie gekochte Eier stellen kein Risiko dar.
Was tun beim Auffinden verendeter Vögel?
Das tote Tier nicht berühren. Bitte melden Sie das Auffinden unverzüglich der jeweiligen Bezirkshauptmannschaft und oder der nächsten Polizeidienststelle (auch über Notruf 133 erreichbar)!
Weitere aktuelle Informationen erhalten Sie auf:
und
bei der Abteilung 10 - Veterinärwesen






